Thema: Politik Deutschland | Veröffentlicht: 09.11.2012 | Aktualisiert: 14.11.2012

KANZLERKANDIDAT PEER STEINBRÜCK | SO MACHT MAN DEN BOCK ZUM GÄRTNER

Peer Steinbrück 2012 Der ehemalige Bundesfinanzminister der Großen Koalition Peer Steinbrück war nach seinem Ausscheiden aus der Regierung 2009 nur noch selten im Bundestag zu sehen und jahrelang waren von ihm keine Reden zu hören.

Ohne Worte. Bildquelle: Dirk Vorderstraße / Wikipedia Bananenrepublik

Der SPD Mann redete lieber ausserhalb des Parlaments und hielt jede Menge gut bezahlter Vorträge in der Finanzindustrie. In der Öffentlichkeit wurde es still um Steinbrück. Zurück blieb die Legende des kompetenten Finanzpolitikers der Deutschland sicher durch die Krise gelotst hat. Das dies ein modernes Märchen ist zeigt seine Geschichte als Finanzminister weiter unten.

Kanzlerkandidat der Bilderberger

Anstatt die aktuelle Wahlperiode als Abgeordneter auf den hinteren Parlamentsbänken vollends abzusitzen und weiter mit ausserparlamentarischen Reden Geld zu scheffeln wurde Steinbrück erstaunlicherweise ab Mitte 2011 wieder aktiv im Bundestag. Ob das mit seinem Besuch bei den Bilderbergern in diesem Jahr zusammenhängt weis man nicht, liegt aber nahe. Fakt ist, dass er an der Global-Klüngel-Konferenz vom 9. bis zum 12. Juni 2011 im schweizerischen St. Moritz teilgenommen hat.

Das hier durchaus ein Zusammenhang bestehen könnte zeigt folgende Liste von Bilderbergern und ihrer anschliessenden Karrieren:

Teilnehmer Teilnahme Ereignis Stellung
Helmut Schmid 1973 1974 Bundeskanzler
Richard von Weizsäcker 1978 1979 Vizepräsident des Deutschen Bundestages
Helmut Kohl 1980 1982 Bundeskanzler
Bill Clinton 1991 1993 US-Prasident
Tony Blair 1993 1994 Labour-Parteivorsitzender
Josef Ackermann 1995 1996 Vorstand der Deutschen Bank
Wolfgang Schäuble 2003 2005 Vorschlag als Bundeskanzler (ohne Erfolg)
Schröder und Merkel 2005 2005 Bundeskanzlerin (Kanzlerwechsel)
Guido Westerwelle 2007 2009 Vizekanzler und Aussenminister
Mario Draghi 2009 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank
Mario Monti 2010 2011 Ministerpräsident von Italien

Ergänzte Liste von Gehard Wisnewski, dem Autor von “Drahtzieher der Macht”.

Einige der Teilnehmer aus obiger Liste wie Josef Ackermann, Mario Monti und Mario Draghi waren schon mehrmals bei Bilderberg Konferenzen. Josef Ackermann ist inzwischen Dauergast bei der Tagung der Global-Strategen David Rockefeller und Henry Kissinger, und gehört zum Steering Committee der Bilderberger. Aus dieser Sicht ist es nicht überraschend das Ackermann Steinbrücks Einschätzung zustimmte, “dass wir auf europäischer Ebene einen Restrukturierungsfonds benötigen, um Banken auch grenzüberschreitend abzuwickeln.” Das war also nicht “Schützenhilfe von unerwarteter Seite” wie Spiegel Online im Oktober diesen Jahres schrieb, sondern nur logisch.

Zu all diesen Zufälligkeiten kommt noch, dass Peer Steinbrück genau zu dem Zeitpunkt seiner Teilnahme am Bilderberg Treffen vom 9. bis 12.6.2011 laut Tagesspiegel plötzlich aus dem Nichts zum Lieblingspolitiker der Nation wurde. Der Tagesspiegel schrieb in seinem Politbarometer am 10.6.2011: “auf Anhieb von null auf Platz eins auf der Liste der zehn beliebtesten Politiker Deutschlands.” Wie man sich so etwas aus den Fingern saugt zeigt der letzte Absatz des Artikels: “Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel für das Politbarometer von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1332 Wahlberechtigte.”

Ebenso pünktlich erschien Steinbrück nach seiner Kandidatenkür im ZDF-Politbarometer am 28. September 2012 plötzlich auf Platz drei der Beliebtheitsskala, direkt hinter Merkel und Schäuble. Und genauso plötzlich taucht Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin auf Platz acht der neuesten Umfragewerte von Theo Koll auf. Nicht verwunderlich, denn Trittin gilt als potentieller Koalitionspartner und hat rein zufälligerweise die diesjährige Bilderbergkonferenz besucht. So haben die Bilderberger, sollten Merkel und Schäuble nicht gewinnen, mit Steinbrück und Trittin ihr Alternativ-Team in Stellung gebracht. Das ist eine der Bilderberg typischen Strategien, egal ob Schwarz-Gelb oder Rot-Grün, sie gewinnen immer.

Die Legende vom kompetenten Finanzminister

Die Mainstreammedien übertreffen sich zur Zeit gegenseitig damit, den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück über den grünen Klee zu loben. Allerdings handelt es sich dabei in erster Linie um moderne Märchen, deren zustande kommen wohl nur darauf zurückzuführen ist, dass in den Redaktionen fast ohne Ausnahme Amnesie vorherrscht. Schaut man sich die jüngere Geschichte des SPD Mannes an wird einem schnell klar, dass hier von dem Großteil der Medien der Bock zum Gärtner gemacht wird.

Peer Steinbrück hatte schon vor seiner Zeit als Bundesfinanzminister beruflich mit der Kontrolle von Banken zu tun. So war er beispielsweise von 1998 bis 2005 maßgeblich für die Kontrolle der nordrhein-westfälischen WestLB verantwortlich. Unter der Obhut von Steinbrück wurde die ehemals provinzielle Landesbank zu einer international tätigen Zockerbude. Die Bank verbrannte mit Conduit-Geschäften schon vor der Subprime-Krise Milliarden von Euros und musste 2012 schliesslich abgewickelt werden.

Trotzdem ebnete Steinbrück ab 2005 als Bundesfinanzminister der Großen Koalition genau diesen Geschäften den Weg in die deutsche Finanzwirtschaft und trat als überzeugter Deregulierer auf. Mit Hilfe der Papiere dieser Conduit-Geschäfte, sie sollten wenige Jahre später in der Finanzkrise als ABS, CDO und CDS zu weltweiter Berühmtheit gelangen, sollte es den deutschen Banken ermöglicht werden, bei den Big Playern in den Finanzcasinos von London und New York mitspielen zu können.

Obwohl viele Finanzexperten schon damals vor diesen Produktinnovationen warnten, die Investmentlegende Warren Buffet bezeichnete sie als finanzielle Massenvernichtungswaffen, setzte sich Steinbrück als designierter Bundesfinanzminister mit aller Macht für diese Papiere ein. Bereits im Koalitionsvertrag lies er die Wünsche der Finanzlobby so gut wie möglich umsetzten und forderte darin die “nachdrückliche Unterstützung” dieser Papiere. Im Zuge dessen wurden auch gleich die Befugnisse der Finanzmarktaufsicht zusammengestrichen und sie wurde angewiesen, im Zweifel lieber wegzuschauen.

IKB Bank

Der erste Erfolg dieser Finanzmarktpolitik lies nicht lange auf sich warten. Schon 2007, ein Jahr vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, geriet die deutsche Mittelstandsbank IKB in massive Schwierigkeiten. Peer Steinbrück erklärte daraufhin kurzerhand die Systemrelevanz der Bank und lies ihre Gläubiger mit 10 Milliarden Euro Steuergeldern auszahlen, anstatt die Bank für diese überschaubare Summe in Haftung zu nehmen. Damit wurde von ihm die Systemrelevanz aller Banken in Deutschland festgeschrieben, denn die IKB ist eine unbedeutende Bank, von der die meisten von uns, bis zu diesem Zeitpunkt, noch nicht einmal gehört hatten.

Bei dieser “Rettung” zulasten des Steuerzahlers ging es Steinbrück also in erster Linie darum, die Gläubiger der Bank, diese waren zumeist wichtige Leute aus der deutschen Finanzwirtschaft, zu befriedigen. Und heute redet derselbe Mann von Gläubigerhaftung und will uns Glauben machen, dass er den Banken den Kampf angesagt hat. Aber zu früh aufgeregt, es kommt noch besser.

Hypo Real Estate

Nachdem die Hypo Real Estate (HRE) im September 2008 in Folge der Lehman Pleite zahlungsunfähig wurde trafen sich, unter anderen, Steinbrück, sein Staatssekretär Asmussen und Josef Ackermann zu einem Krisengipfel. Am Ende der Sitzung sicherte er der Bank eine Ausfallbürgschaft zu, die den Steuerzahler wahrscheinlich insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro kosten wird. Damit händigte Steinbrück den Gläubigern einen Blankoscheck über unsere Steuergelder aus, so dass man sich fragen muss, woher eigentlich die Legende des kompetenten Finanzministers kommt. Zudem erklärte er wenige Tage vorher noch, ein Bankenrettungspaket sei “in Deutschland weder notwendig noch sinnvoll”.

Eine Bulldogge ist und bleibt eine Bulldogge

Anstatt aber aus den Erfahrungen mit der WestLB, der IKB Bank und der HRE seine Lehren zu ziehen und sich den Fehler seiner Deregulierung des Finanzsystem einzugestehen, unternahm er während der ausgebrochenen Finanzkrise als Bundesfinanzminister so gut wie nichts, um die Finanzzocker, die er losgelassen hatte, wieder an die Leine zu nehmen. Er hat die Chance, die es während seiner verbleibenden Amtszeit noch gab, die von ihm propagierte Deregulierung wieder zurückzunehmen nicht genutzt, statt dessen lieber Sprüche geklopft und gegen das von ihm selbst so installierte Finanzsystem polemisiert, was aber den Banken nicht wirklich weh tat. Groteskerweise feiern ihn die Mainstreammedien aber als den Mann, der Deutschland sicher durch die Finanzkrise gebracht hat.

Jetzt mal Klartext

Der von den Bilderbergern mit Erfolg aus der Versenkung geholte Peer Steinbrück ist und bleibt ein Vasall der Finanzwirtschaft, auch wenn er sich uns nun als Bankenschreck verkaufen will. Er hat als Finanzminister den deutschen Bürger an die Finanzmafia verkauft und ist selbst für die Misere verantwortlich, gegen die er heute als Kanzlerkandidat antreten will.

Übrigens ist Steinbrück heute noch der Meinung, dass die Agenda 2010 die “größte politische Leistung der Nachkriegsgeschichte” ist und das Credo des rücksichtslosen Globalisten und Bilderbergers in Bezug zur Eurokrise lautet: “Natürlich müssen die Deutschen zahlen.”

Mit dem SPD Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück wird es so langsam wirklich finster in Deutschland.


Mehr über die Bilderberger in diesem Artikel:
Schöne neue Welt | Die Bilderberger und die New World Order

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