Thema: Geldpolitik Europa und USA | Veröffentlicht: 19.09.2012

DAS GROSSE ENDSPIEL HAT BEGONNEN | GLOBALES QUANTITATIVE EASING

Geldtransport mit Taschen 1923 Quantitative Easing (engl: Quantitative Lockerung) bezeichnet eine expansive Geldpolitik einer Zentralbank. Sie versucht mit dem Ankauf von Wertpapieren, zumeist Staatsanleihen, weiterhin die Wirtschaft und den Staat mit mehr Geld zu versorgen.

In der Hyperinflation von 1923 (Foto vom Juli) stand man mit großen Taschen am Bankschalter der Reichsbank an, um das Geld transportieren zu können.
Quelle: Bundesarchiv/WikipediaReichsbank

Umgangssprachlich wird darunter auch Geld zu drucken verstanden. Heutzutage wird aber kein Bargeld mehr physisch gedruckt, sondern statt dessen die Geldmenge vergrößert, indem die Zentralbank zentralbankfähige Wertpapiere von Geschäftsbanken aufkauft. Die damit verbundene Gefahr ist ein Ansteigen der Inflation über das gewünschte Maß hinaus, im extremen Fall bis zur Hyperinflation sowie eine Gefährdung der Finanzmarktstabilität durch die Bildung von Spekulationsblasen auf Aktien-, Anleihe- und Rohstoffmärkten. Quelle: Wikipedia

Der September 2012 wird in die Geschichte eingehen

Die Entscheidungen der letzten Woche werden folgenschwer sein. EZB Chef Draghi äußerte seine Bereitschaft unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, das Bundesverfassungsgericht in Deutschland hat der ESM-Mega-Bank grünes Licht erteilt und Ben Bernanke von der US-Fed hat nicht nur QE 3 ausgerufen, er hat die quantitative Lockerung diesmal auch noch zeitlich und mengenmässig nicht begrenzt. Die Bank of Japan folgt dem Beispiel und wirft diese Woche auch die Notenpresse an, und die Bank of England druckt sowieso schon pausenlos Geld.

Damit hat das große Endspiel der heutigen ungedeckten Währungen, des durch nichts gedeckten Fiatgeldes (lat: es werde), begonnen. Der Dollar, der Euro, das Pfund und der Yen werden den Weg aller Fiat-Währungen gehen. Sie werden in Inflation und Hyperinflation versinken und schliesslich völlig untergehen. Die Folgen einer inflationären Geldpolitik, mit der sich die hoch in der Kreide stehenden Staaten nun schleichend entschulden wollen, sind stets verheerend. In diesen Endphasen von ungedeckten Währungen kam es in der Vergangenheit immer zu schweren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen in den betroffenen Staaten.

Inflation als Lösung der Schuldenkrise

 100 Billionen Mark Noch nie in der Geschichte hat ein Staat seine Schulden zurückbezahlt.

GeldscheinAm Ende der Hyperinflation in Deutschland gab es einen 100 Billionen Mark Geldschein. Quelle: Wikipedia

Der ökonomische Bullshit von verschuldeten Nationen ihre Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen und diese durch inflationieren wieder loszuwerden hat immer zu Hyperinflationen, Währungsreformen oder gar Kriegen geführt. Obwohl diese Folgen bekannt sind erhöhen nun die Zentralbanken mit ihren Gelddruckorgien die Inflationsraten und entwerten unser Geld damit in zunehmenden Masse. Sie behaupten, sie könnten die Geldmenge steuern und bevor eine Hyperinflation eintritt, die Bremse anziehen. Aber auch das hat in der Vergangenheit noch nie funktioniert.

Die Entscheidungen der EZB, des Bundesverfassungsgerichts und der US-Fed von letzter Woche waren nicht nur eine offene Kriegserklärung an die Sparer im Allgemeinen, sondern auch an die Mittel- und Arbeiterschichten. Während der Dollar und der Euro so gut wie im Gleichschritt an Wert verlieren, werden sie in zunehmendem Masse ihres Vermögens entledigt und verarmen, damit sie noch besser den Interessen der Bankerklasse und deren Eliten dienen können. Der Fiat-Entwertungswettlauf wird sich weiter verschärfen und es wird ein weltweit immer stärker werdender Inflationsdruck entstehen. Die Wirtschaften werden weiter schrumpfen, bis sie völlig zerstört sind und nur rauchende Ruinen übrig bleiben.

Jetzt mal Klartext:

Eine Währungsreform, dass die, wenn auch schmerzhafte, aber doch vernünftigste Lösung wäre, kommt für die Verursacher dieser Krise natürlich nicht in Frage. In solchen Zeiten scheint den Verantwortlichen eine vernünftige Denkweise vollends abhanden gekommen zu sein. Zuerst müssen wir den Weg in die wesentlich schmerzhaftere Hyperinflation gehen, an deren Ende dann doch wieder nur der unvermeidliche Staatsbankrott und die damit einhergehende Währungsreform steht. Das System wird am laufen gehalten solange es geht, die Herrschenden wollen nicht ihre Macht verlieren und schon gar nicht am nächsten Laternenpfahl enden.

Wahrscheinlich wird sich leider erst etwas ändern, wenn das “gemeine” Volk von seinem Sofa heruntergestossen wird und dann erkennt, dass es wieder einmal für die machtpolitischen Ziele von Regierungen und Hochfinanz verraten und verkauft wurde. Aber diesmal werden uns die Herrschenden nicht mehr für Dumm verkaufen können, wie schon so oft in der Vergangenheit. Dieses mal werden wir uns nicht mit den vorgeschobenen Gründen einer verlogenen Propaganda abspeisen lassen. Heute können die Ursachen, die in einem verbrecherisch angelegtem Geldsystem, in einer skrupellosen Hochfinanz und einem korruptem politischen System liegen, ganz klar von jedem von uns erkannt werden.

In diesem Sinne, Venceremos


Hier noch einige interessante Links ergänzend zum Thema:

Wikipedia:
Quantitative Lockerung Quantitative Easing - Quantitative Lockerung

Wikipedia:
Fiat-Money Fiat-Geld

Wikipedia:
Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923 Die Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923

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