Thema: Krieg gegen den Iran | Veröffentlicht: 18.08.2012 | Aktualisiert: 14.11.2012

IRAN | KRIEG IST DIE FORTSETZUNG VON POLITIK MIT ANDEREN MITTELN

Nuklearwaffen Besitzt-Status Israel will unbedingt den Krieg gegen den Iran. Angeblich soll der Gottesstaat kurz vor der Vollendung seiner Entwicklung von Kernwaffen stehen. Das sieht Israel, das selbst Atombomben besitzt, als Bedrohung an und die USA als Verbündete sehen das genauso.

Offiziell besitzen weltweit etwa neun Staaten Atombomben, es könnten aber durchaus mehr sein. So gibt beispielsweise Israel bis heute nicht zu Kernwaffen zu besitzen, streitet es aber auch nicht ab.

Aus Sicht der imperialistischen USA dürften natürlich nur sie selbst und einige ihrer Verbündeten Atomwaffen besitzen. Befreundete Atommächte der Vereinigten Staaten sind Israel, Großbritannien und Frankreich. Neutrale oder eher feindliche Nation mit Kernwaffen sind Russland, China, Indien, Pakistan und Nordkorea.

Nimmt man die Mitgliedstaaten der atomaren Teilhabe der westlichen Welt hinzu (Türkei, Italien und Deutschland), sieht es nach einem ziemlichen Gleichgewicht aus und das ist auch gut so. Denn gerade wir hier in Europa haben Erfahrung darin, wie es ist, sich im Zentrum einer atomaren Bedrohung zu befinden. Deshalb können auch wir nicht daran interessiert sein, dass es immer mehr Staaten gibt, die einen atomaren Holocaust auslösen können.

Aber einen unkontrollierbaren Krieg loszutreten, um zu verhindern das dies passiert, scheint doch zumindest fragwürdig, vor allem wenn man selbst Atomwaffen besitzt. Zudem könnte es durchaus sein, dass der Iran sowieso schon im Besitzt von Kernwaffen ist. Warum sollten Russland, China oder Indien nicht in ihrem eigenem Interesse dem Iran schon welche geliefert haben? Dann könnte mit einem Krieg der beiden Nationen im Nahen Osten tatsächlich die atomare Hölle losbrechen. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Erst kommt der Greenback und dann der Rest

Man könnte meinen, dass die offizielle Begründung eines Krieges gegen den Iran diesmal nicht so weit hergeholt ist, wie es seinerzeit die, für den Krieg gegen den Irak war. Letztes mal waren es Massenvernichtungswaffen, von denen man dann nicht eine einzige gefunden hat. Da scheint man im US-Propagandaministerium etwas dazugelernt zu haben. Die Herren aus dem Weißen Haus und dem Pentagon agieren diesmal etwas intelligenter: Israel als Vorposten der USA im Nahen Osten löst aus Angst vor Atomwaffen einen Krieg gegen den Iran aus, die Vereinigten Staaten als Verbündete müssen zur Hilfe eilen und haben diesmal eine weiße Weste.

Im Konflikt mit dem Irak war man noch etwas ungeschickter, aber da eilte es auch. Schnell musste ein Grund, eben Massenvernichtungswaffen, aus dem Hut gezaubert werden, damit man loslegen konnte. Die fadenscheinige Begründung flog auf, nachdem man keine dieser Waffen fand. Ja klar, es ist wegen dem Öl gewesen, war danach die einhellige Meinung. Auch falsch, denn es ging den USA beim zweiten Irakkrieg in erster Linie um die Verteidigung der Weltleitwährung Dollar.

One Dollar Im Jahr 2003 wurde es für die Vereinigten Staaten höchste Zeit den Irak anzugreifen, denn Sadam Hussein lief immer weiter aus dem Ruder.

Er hatte der von den USA gewünschten Installation einer Pipeline in den Hafen von Akaba in Jordanien eine Absage erteilt. Ausserdem akzeptierte das Land schon seit 2000 für seine Öllieferungen nur noch Euros und hatte seine gesamten Dollarreserven in Euros umgetauscht.

Diese Entwicklung wurde zu einer großen Bedrohung für den Greenback, dagegen musste etwas unternommen werden. Sadam Hussein war einer der ersten, der am Status der Leitwährung der USA rüttelte und damit war sein Schicksal besiegelt. Das erste, was nach der Einnahme von Bagdad gemacht wurde, war die Umstellung der Konten für die Ölgeschäfte von Euro auf Dollar.

Für die USA ist ein Angriff auf ihren Dollar als Weltleitwährung lebensbedrohlich. Denn sollte der Dollar seinen Status als Weltleitwährung verlieren, dann wären die Vereinigten Staaten wirtschaftlich am Ende. Das ist übrigends auch der Grund für den Währungskrieg der USA gegen den Euro, der auch zu einer Gefahr wurde.

Die USA können sich ihren aufwendigen Lebensstil nur finanzieren, weil Gott und alle Welt den Dollar akzeptiert, die internationalen Märkte in dieser Währung handeln und die meisten Staaten ihre Reserven in Dollar halten. Deshalb verteidigen die USA ihre Weltwährung mit allen Mitteln die ihnen zur Verfügung stehen, natürlich auch mit Waffengewalt.

Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass Israel so große Angst von einer Atommacht Iran hat, dass sie deshalb bereit sind einen Krieg zu riskieren. Und sicherlich wollen die USA auch nicht, dass der Gottesstaat über Kernwaffen verfügt. Aber für sie ist der wichtigste Grund eindeutig der Dollar, noch vor Öl und Kernwaffen. Denn für die Vereinigten Staaten wird es zur Zeit immer schwieriger, nur mit wirtschaftlichen Mitteln den Satus ihrer Leitwährung zu sichern.

Die größte Gefahr geht dabei von den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) aus. Sie vermeiden den Dollar wo es nur geht und sind unter anderem gerade dabei eine Weltbank zu gründen, in der ein Greenback keine Rolle mehr spielen soll. Untereinander handeln sie möglichst in ihren eigenen Währungen oder in Gold, und jeder ist willkommen, der nicht mit Dollars handelt. Die Chinesen versuchen gerade ihre gigantischen Dollarreserven von über einer Billion Dollar loszuwerden. Sie kaufen sukzessive Gold dafür und schicken Einkäufer in alle Teile der Welt, die mit den ungeliebten Greenbacks lieber shoppen gehen.

Diese Situation wird für die USA zu einem immer größeren Problem. Die fortschreitende Entwicklung in diese Richtung wird sich katastrophal für sie und ihre Leitwährung auswirken. Aber natürlich können sich die Vereinigten Staaten gegen Länder wie Russland, China oder Indien keinen konventionellen Krieg erlauben, sie können diese Länder nur mit wirtschaftlichen Mitteln bekämpfen.

Das ist im Falle des Iran etwas anderes, hier kann man, und hier wird man zuschlagen. Den USA bleibt aus ihrer Sicht gar keine andere Wahl, denn die islamische Republik verkauft sein Rohöl schon seit einiger Zeit gegen Gold, Rupie, Renmimbi oder Rubel. Und die immer stärker ausgeprägten Sanktionen gegen den Iran haben diesen Handel, vorbei am Dollar, nur noch weiter verstärkt.

Mit wirtschaftlichen Sanktionen ist dem Land der Ayatollahs also nicht beizukommen. Der Schaden für den Dollar ist gigantisch, immerhin ist der Iran das Land mit den drittgrößten Erdölreserven weltweit. Und hier sind wir schon beim nächsten Grund für einen Krieg angekommen, die Sicherung von Energiereserven.

Wie kommt eigentlich unser Öl unter euren Sand?

Im Moment beziehen die Vereinigten Staaten so gut wie kein Rohöl aus dem Iran, aber das wird sich bald ändern, sie werden in Zukunft auf das Öl des Landes angewiesen sein. Die USA sind mit gigantischem Abstand der weltweit größte Verbraucher von Rohöl, mit stark steigender Tendenz. Sie müssen schon jetzt fast zwei Drittel ihres Bedarfs importieren und sind damit ganz wesentlich darauf angewiesen, dass ihre Öltankerflotte immer schön ausgelastet ist.

USS Abraham Lincoln im Persischen Golf Und damit die Tanker auch immer sicher ankommen, muss die Straße von Hormus freigehalten werden. Die Meerenge ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport aus dem Nahen Osten nach den USA, Westeuropa und Japan.

Ein weiterer Grund für die Stationierung von inzwischen vier Aircraft Carrier am Persischen Golf. Ausserdem begleiten jeden dieser Flugzeugträger eine Flotte von Zerstörern, Kreuzern, Fregatten und Atom-U-Booten. Dazu kommt noch ein amphibisches Angriffsschiff der Wasp-Klasse, das die Größe eines Flugzeugträger besitzt und technisch betrachtet auch einer ist.

Um zu wissen, dass es sich hier nicht nur um eine reine Drohkulisse der USA handelt, muss man sich klarmachen, was eine Flotte von vier 4 Flugzeugträgern organisatorisch bedeutet. Diese Carrier und ihre Begleitfahrzeuge fehlen in anderen Teilen der Welt, Wartungsarbeiten müssen verkürzt werden, Urlaube werden gestrichen, Trainingszeiten verkürzt und so weiter. Das machen die USA nur dann, wenn wirklich ein Kriegseinsatz bevorsteht. Nur noch jetzt hat man offenbar die nötige Schlagkraft. Denn zwei der Carrier sollten eigentlich zur Wartung und eine komplette Überholung mit Tausch der Brennstäbe dauert 2 Jahre.

Es scheint also, als wären die Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Iran seitens der USA und Israels so gut wie abgeschlossen. Wahrscheinlich wird man aber noch warten bis Syrien, der einzige Verbündete des Iran in der Region, in der Hand der Rebellen ist, denen man ja schon fleißig Waffen liefert. Super Timing, das muss man den Herrschaften schon lassen. Man kann nur hoffen, dass noch ein Wunder geschieht, aber woher soll das kommen?

Jetzt mal Klartext:

Die Vereinigten Staaten sind inzwischen zu den schlimmsten Imperialisten der Geschichte geworden. Experten schätzten im Jahr 2004 die Gesamtzahl der Militärbasen der USA weltweit auf über 1.000. In ihrem Stützpunkt “Guantanamo Bay Naval Base” wird gefoltert und die Homeland Security darf jedermann auch ohne Haftbefehl inhaftieren. War da nicht mal was mit: “the land of the free”. Oder war das eher: “wenn du nicht von meinem Land runtergehst erschiesse ich dich”.

Stets sind die USA in den zahllosen Kriegen, die sie seit dem zweiten Weltkrieg geführt haben, als Befreier aufgetreten. Ob es sich im Nahen Osten nun um Menschenrechte, Massenvernichtungswaffen, Terrorismus oder aktuell Urananreicherung handelt, irgendeiner dieser Gründe wird immer für einen ihrer Waffenkonflikte vorgeschoben. Nicht umsonst hat Bush nach 9/11 die frei erfundene “Achse des Bösen” ins Leben gerufen. Wie geschickt, denn so kann man jeden der einem nicht passt, ganz leicht in diesen Club aufnehmen. “Also los Mann, runter von meinem Land oder ich schiesse!”


Teil 1: Kriegstrommeln I | Die Kriegstrommeln werden lauter

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