Thema: Krieg gegen den Iran | Veröffentlicht: 16.08.2012 | Aktualisiert: 17.08.2012

IRAN | DIE KRIEGSTROMMELN WERDEN LAUTER

Atomanlagen im Iran Eine der Schlagzeilen des Tages in den Pressemedien lautet: “Israel rechnet mit 30 Tagen Krieg gegen den Iran”. Die Herrschaften in Israel haben nun wohl genug von Computersimulationen und wollen zur Tat schreiten.

Regierungschef Benjamin Netanjahu ist sowieso noch kaum zu bremsen, wenn es nach ihm ginge, gäbe es schon lange Krieg mit dem Iran. Aber die Israelis sind noch nicht ganz vorbereitet, es müssen unter anderem noch mehr Gasmasken ausgegeben und Luftschutzbunker erneuern werden.

Ausserdem testet die israelische Armee zur Zeit ein System, das die Zivilbevölkerung per Kurznachrichten auf Handys vor drohenden Raketenangriffen warnen soll. Nach dem Motto: “Piep, SMS, es kommt gerade eine Rakete auf dich zu”. Ein Triumph der Technik.

“Die Analysen gehen von einem Krieg aus, der 30 Tage dauert und an mehreren Fronten stattfindet”, sagte der israelische Minister für Zivilverteidigung, Matan Vilnai. Er teilt die Einschätzung von Verteidigungsminister Ehud Barak, wonach etwa 500 Israelis sterben dürften, wenn jeden Tag Hunderte Raketen auf die Städte des Landes niedergingen. Dreißig Tage Horror für die Zivilbevölkerung und 500 Tote, dass scheint wohl ein bezahlbarer Preis für die Regierung und das israelische Militär zu sein.

Es wird davon ausgegangen, dass im Falle eines Angriffs von Israel Vergeltungsangriffe mit Raketen aus dem Iran, von Islamisten in den Palästinensergebieten und von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon drohen. Man schätzt, dass alleine die Palästinenser im Gaza-Streifen über 10.000 und die Hisbollah über 50.000 Kurzstreckenraketen verfügen, die auch Tel Aviv erreichen könnten. Über wieviel Mittel- und Langstreckenraketen der Iran verfügt die Israel erreichen könnten, die iranische Grenze ist etwa 800 km entfernt, darüber kann man nur spekulieren. Also da wird ganz schön was auf die Israelis zukommen. Es wäre also gut, immer das Handy dabei zu haben.

Laut US-Sicherheitsexperten John Hulsman, ein Berater der US-Regierung, ist ein Angriff auf Irans Atomanlagen noch im September wahrscheinlich. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November sei der Druck, Israel um jeden Preis politisch zu unterstützen, in der amerikanischen Öffentlichkeit extrem hoch. Verteidigungsminister Leon Panetta sagte derweil: “Ich glaube nicht, dass sie die Entscheidung, ob sie den Iran angreifen oder nicht, gefällt haben. Allerdings ist Israel ein souveräner Staat, der letztlich in Sachen nationaler Sicherheit eigene Entscheidungen trifft”.

Ist schon recht Herr Panetta, nur mag man wiederum nicht glauben, dass Israel einen Krieg mit dem Iran beginnt, ohne es vorher mit den USA abgesprochen zu haben. Inzwischen scheint nämlich auch der vierte Aircraft Carrier der USA, die “Enterprise”, im Golf angekommen zu sein. Und vier Flugzeugträger gelten als Angriffsstärke mit der nötigen Schlagkraft, um einen Krieg beginnen zu können. Allerdings haben die Amis während eines Wahljahres noch nie einen Krieg begonnen. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen, vieles deutet daraufhin, dass es diesmal anders sein könnte.

Von der Chefetage auf iranischer Seite sind gelassene Töne zu hören. Mahmud Ahmadinedschad glaubt nicht an einen Angriff der Israelis und geht nur von einer zunehmenden Drohgebärde aus. Indes fürchtet das einfache Volk auf beiden Seiten diesen Krieg, denn sie sitzen ja auch nicht, wie die Verursacher so eines Krieges, in atombombensicheren Bunkern, die sie vor dem schlimmsten bewahren können. Wie geschickt übrigens, dass Syrien als der einzige Verbündete des Iran in der Region gerade mit sich selbst beschäftigt ist.

Jetzt mal Klartext:

Viele Szenarien sind möglich, sollten die Israelis diesen Wahnsinn vom Zaun lassen. Man muss sich darüber im klaren sein, das eine Bombardierung von Atomanlagen im Iran auch ein radioaktives Fiasko erzeugen könnte, mit weitreichenden Folgen über den Iran hinaus.

Auch ein weltweiter Nuklearterrorismus und Anschläge auf Atomanlagen wären als mögliche Reaktion auf solche Angriffe durchaus denkbar. Im schlimmsten Fall, es müssen nur genug Islamisten in diesem Krieg ihr Leben lassen, geht die ganze Region in Flammen auf.


Teil 2: Kriegstrommeln II | Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln

nach oben

Startseite | About | Kontakt | Sitemap | Disclaimer | Impressum


Trennlinie
Trennlinie
Wir brauchen eine Revolution