Thema: Prognose für das Jahr 2013 | Veröffentlicht: 15.03.2013

WAS ERWARTET UNS IM LAUFENDEN JAHR 2013? | AUS DEM DUNSTKREIS TAUCHEN SIE AUF: DIE ELF APOKALYPTISCHEN REITER

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Nachdem es immer schwerer wurde, sein Vermögen in Kaurimuscheln, Metallen und Edelmetallen etc. mit sich zu schleppen, wurde dann das Papiergeld mit der Rückdeckung von realen Stoffen geschaffen. In der nächsten (Qualitäts-Verfalls-)Stufe wurde Papiergeld nur noch durch Substanzen teilgedeckt; in Deutschland zwischen 1920 und 1933 deckte man es mit Handelswechseln - also mit Finanzierungstiteln, die einer bewertbaren Wirtschaftsleistung entsprangen - nach 1933 durch MEFO-Wechsel, die im Prinzip zu nichts weiter dienten, als zur Finanzierung der Aufrüstung des Dritten Reiches. Aber: Papiergeld war zu jeder Zeit das gesetzliche Zahlungsmittel, dass alle zu akzeptieren hatten, auch der Staat.

Heute sind wir soweit - weil die Regierungen natürlich zu Recht erwarten, dass der inoffizielle (Bar-) Zahlungsverkehr - angesichts der brutalen Abschöpfungsmaßnahmen, die uns zur Hinauszögerung der unausweichlichen Krise drohen, explodieren wird - dass Barzahlungen ab einem lächerlich niedrigen Betrag nicht mehr als Erfüllung von Verpflichtungen gelten sollen. Können Sie sich den Wahnsinn vorstellen, dass das gesetzliche Zahlungsmittel nun nicht mehr als gesetzliche Erfüllung von Verpflichtungen anzusehen ist? Dieser Anachronismus zeigt uns doch jetzt schon sehr deutlich, wo wir uns im immer schneller werdenden Strudel der Finanzkrise befinden: Das Auge des Hurrikans ist noch nicht erreicht - und wenn es dann im Auge des Wirbelsturms ruhiger wird - ist dies noch nicht das Ende des Schreckens, nur eine Zwischenstation auf der Reise ins totale Chaos.

Nummer 7: Die Ver- oder besser gesagt: Die Überschuldung. Selbst einem wirtschaftlich unausgebildeten Bürger würde nie der Gedanke kommen, dass ihm die Rettung im Falle seiner zu hohen Verschuldung durch noch höhere Neuverschuldung gelingen kann. Man muss dazu nicht einmal die Dynamik der Zinseszinsfolgen mathematisch ergründen. Aber genauso handeln derzeit die Staaten, ohne jede Ausnahme. Lediglich in der relativen Höhe der Verschuldungszuwachsraten sind Unterschiede auszumachen. Aber selbst da gilt der gesunde Menschenverstand, denn der Tod durch eine Kugel ist der gleiche wie der durch zehn Kugeln.

Nummer 8: Die Derivate. Getreu der Devise des seligen Baron von Münchhausen ziehen sich die Banken an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Verluste aus ihren Finanzprodukten durch die Kreation von neuen Derivats-Produkten. Kein Zweifel, sie machen mit den Derivaten große Profite, aber nur mit den Derivaten, die sich in ihrem Sinne günstig entwickeln. Der Sumpf der noch nicht ausgeglichenen d.h. abgerechneten Derivate wird nach den Feststellungen der Welt-Statistiken immer größer und dort schlummern noch ungeahnte Risiken. Wenn man den Hebel, der sich bei den weltweit führenden Bankinstituten aus der Relation von Eigenkapital zu Fremdmitteln bzw. zu den kalkulierten Risiken aus den Derivateprodukten einschließlich einer Risikovorsorge (am unteren Ende des prozentualen Spektrums) ermittelt, dann sind solche Werte so um das Zwanzigfache bis zum 30-fachen nur aus Derivaten neben den Risiken aus der Kreditvergabe nichts Außergewöhnliches.

Rein statistisch kann man sagen, dass ein Risikohebel aus den Derivaten von größer als 40 fast schon eine Garantie für ein baldiges Ende erwarten lässt, zumindest war dies bei der belgischen Dexia-Bank der Fall. Aktuell erleben wir den Verfall der wohl ältesten Privatbank der Welt in Italien hautnah.

Nummer 9: Das generelle Misstrauen. Dieses verbreitet sich “systemrelevant” immer mehr, je mehr die Bürger sich über die reale Lage und die Auswirkungen der akuten Politik Gedanken machen. Ich für meinen Fall traue angesichts der Art der Entscheidungsfindung in unserer Politszene den amtierenden Politikern mit ganz wenigen Ausnahmen überhaupt nicht mehr. Information und basisdemokratisches Verhältnis zu den Bürgern haben derzeit keinen Stellenwert mehr bei den Politikern. Durchwurschteln und Vermeidung von Widerständen in der Bevölkerung heißt die aktuelle Spielregel. Meine Einschätzung: Die deutschen Blockparteien bereiten den Boden für eine ganz neue politische Richtung vor; ich habe meine Zweifel, ob diese meinen Wunschvorstellungen entspricht.

Das Misstrauen setzt sich auch zwischen den Banken fort. Und hier wird es problematisch: Wenn sich die großen Kreditinstitute nicht mehr trauen und sich daher ihre überschüssige Liquidität nicht mehr untereinander kurzfristig ausleihen, sondern das Giralgeld bei der EZB parken, stellt sich mir ja die Frage, warum gerade ich dann meiner Bank mein Geld anvertrauen sollte. Der mir gezahlte Zins enthält ja wohl in keiner Weise irgendeine Risikoprämie. Und konsequent weiter gedacht, ist auch die EZB nicht mehr die Stelle, der ich mein Geld anvertrauen möchte. Warum, fragen Sie? Dann sehen Sie sich einmal die Bilanz der EZB an.

Kalte Schauer müssten einem über den Rücken rieseln, wenn man bedenkt, dass die EZB z.B. der Bundesbank gegenüber mit weitaus mehr als 600 Mrd. € für den Ausgleich der Verrechnungsansprüche der Bundesbank gegenüber anderen EU-Notenbanken haftet. Und das bei einem Eigenkapital, das lächerlich gering bemessen ist. Ja und dann sind noch die gegen jede vorhergehende Vereinbarung angekauften Milliarden €-Schrottanleihen, die Herr Draghi zur Rettung des lebensfrohen Club Med ankaufte und noch laufend ankauft. Mir stellt sich die Frage, wie er die wohl zum 31.12.2012 bewertet hat? Nun werden Sie sagen, dass die EZB nicht insolvent werden kann. Das ist richtig. Sie kann ja Liquidität ohne Ende kreieren, nur gegen was und ohne Leistung? Der zehnte Reiter lugt schon um die Ecke: Lange lässt sich die dann daraus resultierende Inflation nicht mehr - auch nicht über statistische Gimmicks - verheimlichen, ja vielleicht nur verzögern, aber wie schon Wilhelm Busch sagte, “aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe ...”

Noch mehr Misstrauen gefällig? Na, dann lassen wir uns einmal darüber nachdenken, wie unsere Administration uns misstraut. Wenn mich meine Bankausbildung und mein Studium (sind schon lange her, weiß ich) nicht täuschen, stellt das Bargeld das Medium dar, mit dem alle Verbindlichkeiten in unserem Staate ausgeglichen werden können. Im Englischen nennen sie dies: “Legal tender”. Es gibt sogar gesetzliche Regelungen dafür, wer, wie viel und für welche Vorgänge Bares angenommen werden muss. Unsere Verwaltung misstraut (zu Recht, denn die Bürger denken ja schon weiter) uns jetzt auch schon beim Bargeld, denn in einigen europäischen Staaten ist bzw. wird bald die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen über bestimmte Maximalbeträge hinaus verboten. George Orwell (1984) lässt grüßen.

Und das Schlimmste an diesem Misstrauen des von uns ausgehaltenen Administrationskörpers ist die Folge, dass mir also gar kein anderer Aufbewahrungsmodus meines verdienten und versteuerten Ertragsüberschusses als der bei einer Bank übrigbleibt (zu viel Bargeld ist ja verdächtig, denn Bargeld wird ja in direkten Zusammenhang mit Drogen- und Waffenhandel, mit Prostitution und Finanzierung von Terroristen in Verbindung gebracht). Allein schon dieser Zwang, mein Geld einer Bank anvertrauen zu MÜSSEN, verstimmt. So zwingt mich der Staat, mein sauer verdientes Kapital bei Instituten zu hinterlegen, die sich selbst untereinander kaum noch trauen.

Wem oder welchem Geld kann man eigentlich noch vertrauen? Da es wertbeständig gedecktes Geld schon seit langem nicht mehr gibt, bleibt einem nur noch das Investment in ehrlichem real gedecktem Geld (aus Edelmetall) übrig. Und hier - da möchte ich wetten - wird sich der Staat, so misstrauisch wie er ist, wenn sich die Bürger nicht wie von ihm beabsichtigt konform verhalten - sehr bald durch neue Gesetze und Verordnungen zur Tagesordnung melden. Bürger, die sich ihre Freiheit erhalten wollen, machen das System grundsätzlich misstrauisch. Warten wir es ab und erwarten wir auch hier eine weitere Freiheitsbeschränkung. Irgendwoher muss ja das Geld kommen, dass wir zur Erfüllung unserer Haftungsverbindlichkeiten gegenüber der ESM & Co KG und der neuen ESM-Bank benötigen werden.

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